Lobau im Fokus
Es braucht dringend wirksame Maßnahmen, um den Nationalpark-Status der Lobau zu erhalten. Wir Grüne setzen uns seit Jahren dafür ein.
Austrocknung und Waldbrand
In diesem Sommer der Hitze und Trockenheitsrekorde bekam die Lobau ungewöhnlich viel öffentliche und mediale Aufmerksamkeit: Ausgetrocknete Wasserflächen, von Trockenheitsrissen überzogene Böden, tote Muscheln und sterbende Fische, ausgedörrte Wiesen, vertrocknende Sträucher. Ja, sogar einen Waldbrand gab es im „Wasserwald“. Ausgedehnte Schilfflächen zeigen die zunehmende Verlandung an. Um den den Status eines Nationalparks zu halten, muss er eine weitgehend intakte mitteleuropäische Fluss-Au zeigen. Das Extremjahr 2026 verdeutlicht das Versagen des Managements. Zu lange wurde lediglich auf zusätzlichem Hochwasserschutz und Sohle-Eintiefung der Donau gesetzt. Doch dies ist nicht der Fall. Wir brauchen dringend wirksame Maßnahmen.

Was die Wissenschaft fordert
„Wasser für die Au – Erkenntnisse und Perspektiven der Wissenschaft“. So lautete der Titel eines wissenschaftlichen Symposiums im Naturhistorischen Museum im April 2022. Dort appellierten Hochrangige Wissenschaftler:innen aus Botanik, Zoologie, Gewässerökologie und Fischereiwirtschaft, dass der Unteren Lobau dringend mehr Wasser zugeführt werden muss. Damals war schon klar: „Nichtstun ist keine Option!“ Wenn nichts passiert, dann droht die Austrocknung der Lobau, der Verlust der Auenlandschaft und der Biodiversität. Daraus folgt die Aberkennung des Nationalparkstatus.

Zähe Verhandlungen
Es folgten zähe Verhandlungen und Vorschläge eines Expertenrates, die endlich 2026 (!!) in Angriff genommen wurden. Jetzt werden neue Modellrechnungen und Grundwasseruntersuchungen durchgeführt. Außerdem wird im Winter 2026 eine regulierbare Schleuse beim Staudigldamm gebaut. Bisher hat der Damm die Dotation in die Untere Lobau verhindert. Dann wird im Frühling 2027 ein wasserrechtlicher Versuch gestartet.
Unser Einsatz für die Lobau
Wir Grüne Donaustadt haben seit 2020 bei fast jeder Sitzung der Bezirksvertretung Anträge, Anfragen und Resolutionen eingebracht. Das Bohren der harten Bretter hat sich auch gelohnt. Denn die Obere Lobau wurde dank Gerinnebereinigungen und einer weiteren Zuleitung aus der Panozzalacke fast ausreichend versorgt. Außerdem wurden die schon jahrelang überflüssigen Sperrbrunnen geschlossen. Und immerhin wurde ein besseres Schleusenmanagement beim Abfluss von Hochwässern zumindest studiert.
Doch alles geht mit quälender Langsamkeit vor sich. Denn noch immer verhindern angeblich vernässungsgefährdete Keller die volle Dotation. Deshalb schieben Wasserrechtsbehörde und Magistrat Entscheidungen hin- und her. Aber wir Grüne bleiben dran: Mittlerweile haben wir uns mit den Wissenschaftler:innen verschiedener Institutionen und Aktivist:innen diverser NGOs vernetzt. Wir haben gut besuchte Informationsveranstaltungen bei Anrainer:innen abgehalten und Podcasts aufgenommen. 2027 ist ein weiters Symposium geplant.
Kann die Lobau überleben? Politischer Wille ist entscheidend, die Grünen Donaustadt werden nicht aufgeben!
Christa Staudinger Bezirksrätin, Umweltausschuss, Kulturkommission
Eine Auswahl unserer Anträge und Anfragen in der Bezirksvertretung zum Zustand der Lobau:
März 2026:
Antrag Ökologische Bedingungen Untere Lobau verbessern (Seite 60)
Anfrage Fischsterben Untere Lobau (Seite 17)
September 2025:
Resolution Nationalpark Donauauen (Seite 49)
Dezember 2024:
Antrag Konzept zur nachhaltigen Versorgung der Lobau
Dezember 2023:
Anfrage Zustand der Gewässer der Lobau
September 2023:
Antrag Entlandungsmaßnahmen Untere Lobau
März 2023
Antrag Weiterleitung Wasser in die Untere Lobau
September 2022:
Anfrage Grundwasserbrunnen in der Lobau
Resolution Verbesserung Gewässersituation in der Unteren Lobau