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Thomas Tröbinger

Stellvertretender Klubobmann
„Eine gerechte Aufteilung des öffentlichen Raumes ist eine zutiefst lokalpolitische Frage mit Auswirkungen auf Gesundheit und Lebensqualität!“
Thomas Tröbinger

Aufgewachsen in Süssenbrunn, konnte ich noch eine dörfliche Struktur miterleben. Eine ruhige Wohngegend, und doch einiges an Infrastruktur, die man heute fußläufig erreichbar vermisst: Greissler, Gstettnspielplatz, sogar ein Fleischhauer für ein paar hundert Einwohner. Und ich konnte aus der Perspektive des Nicht-Autofahrers erleben, was eine ruhige, sichere Gegend der kurzen Wege über Jahrzehnte am meisten bedroht: Das Auto. Größere Straßen und mehr Verkehr behindern z.B. den sicheren Schulweg oder beeinflussen massiv die Freizeitgestaltung, verängstigen ältere Menschen auf Fußwegen, trennen Dorfteile oder ersetzen wie in vielen alten Ortskernen der Donaustadt jedes soziale Leben dort mit Gestank und Lärm.

Die möglichst gerechte Aufteilung des öffentlichen Raumes ist eine zutiefst lokalpolitische Frage mit Auswirkungen auf Gesundheit und Lebensqualität. Und ich denke, diese Aufteilung ist in den letzten 100 Jahren ungerecht verlaufen. Zu Gunsten jener, die sich am meisten umweltbelastend verhalten und die aber eine Minderheit darstellen – nämlich die Autofahrer - wurde mit vielerlei negativen Folgen für Umwelt, Budget und Lebensqualität ein sehr großer Teil des öffentlichen Raums „aufgegeben“.

Diese Verteilung des öffentlichen Raums ist vielleicht auch schon deshalb so ungerecht, weil die „Stichprobe“ (ein Relikt aus den Uni-Vorlesungen in Statistik) in den politischen Gremien und in den Medien nicht die Bevölkerung abbildet. In den Gemeinderäten, Bezirksvertretungen und Redaktionen sitzen und entscheiden weniger Frauen, noch weniger junge Mütter, keine Kinder und kaum wirklich ältere Menschen, aber sehr viele Männer, die seit langer Zeit sehr viel Auto fahren.

In der aktuell im Wiener Gemeinderat beschlossenen „smart-city“ Strategie für Wien ist von einer „Rückeroberung“ des öffentlichen Raums die Rede. Ich finde das lokalpolitisch am wichtigsten und die einzige Partei, die das auch wirklich für BenutzerInnen des öffentlichen Verkehrs, Radfahrer- und FussgängerInnen, Kinder und ältere Menschen auch so und lebt und vorantreibt sind die Grünen.