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am 17. April

Das Projekt Dittelgasse und 100.000 Euro-Mediation: Zahlen die künftigen Mieter die Zeche?

Heidi Sequenz - Dieser Beitrag erschien im April 2018 im Rahmen der dbz-Diskussionsrunde. Die Themenvorgabe kam von der FPÖ.

​Der Betrag von € 100.000 Euro für Mediation für ein Bauprojekt dieser Größe macht sprachlos und schockiert. Es erinnert an wirklich dunkle Zeiten in dieser Republik: Pressekonferenzen für € 100.000.- die Rumpolds Werbeagentur für die EADS organisierte oder die Grasser-Homepage. Seriöse MediatorInnen verlangen durchscnittlich ca. € 150  die Stunde und bei € 100.000 wären es daher 670 Stunden Arbeit. Es wird wohl niemand behaupten, dass diese intensive Mediation tatsächlich stattfand.

Nicht weniger erschütternd ist die Tatsache, wer den  Auftrag für diese Mediation erhielt: die Firma der Tochter einer Wiener SPÖ Gemeinderätin, die gleichzeitig auch die Chefin eines der Bauträger ist, der dort baut. Diese Optik ist verherrend.

Geht man auf die website http://dittelgasse.wien​ so stellen sich die Bauträger dort im ersten Satz so vor: „Die am Projekt beteiligten *gemeinnützigen Bauträger* verfügen über langjährige Erfahrung und gewährleisten Stabilität und Seriosität.“ Letzteres wollen wir jetzt einfordern.Das Gebot der Stunde lautet: Volle Transparenz. Die Offenlegung wofür die € 100.000.- verwendet wurden und wie und durch wen die Auftragsvergabe erfolgte. Das ist auch im Sinne der dort tätigen Gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften. Die im Raum stehende Summe erscheint natürlich deutlich überhöht und es ist nicht zu verantworten, dass künftige Mieter vor Gericht ziehen sollen und die Baukostenabrechnungen in langen Verfahren überprüfen lassen müssen, weil sie befürchten, dass diese gewaltige Summe ungerechtfertigt auf sie übergewälzt wird.