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am 15. November

Zu viel Verbauung bringt den Verkehr zum Stillstand. Ist das so gewollt?

Hannes Lager - Dieser Beitrag erschien im November 2017 im Rahmen der dbz-Diskussionsrunde. Die Themenvorgabe kam von der ÖVP.


Die Fragestellung birgt zwei falsche Behauptungen.

Erstens, dass dichte Verbauung den Verkehr behindert, stimmt nicht, sonst wäre der 8. Bezirk zugestaut. Wahr ist, dass durch den Zuzug mehr Verkehr entsteht und wenn dieser nicht ausreichend vom Auto auf andere Verkehrsmittel umgelenkt wird, behindert er sich selbst. 

Es ist also der Autoverkehr, der den Autoverkehr behindert. Die Autolobby schreit dann nach mehr Straßen. Das ist, als würde ein Staudamm lecken und wir sagen, wir müssen den Stausee vergrößern. Stimmt nicht, wir müssen den Damm abdichten, damit weniger Wasser durchkommt. Es geht also darum, alternative und attraktive Mobilitätslösungen anzubieten. Ballungsräume sind nicht geeignet für motorisierten Individualverkehr. Ich weiß, dass will keiner hören, weil es für viele einen Wechsel der Gewohnheiten bedeutet. Aber das Leben ist Veränderung und da sollten die Politiker endlich offen die Wahrheit ansprechen, anstatt auf irgendwelche Straßen zu vertrösten, die – wenn überhaupt – nur kurzfristig Besserung schaffen und dafür andernorts Menschen belasten. Wir sind bereit diese unangenehmen Wahrheiten anzusprechen.

Zweitens unterstellt die ÖVP böswillige Motive, was natürlich Unsinn ist. Wer hat was von stillstehendem Verkehr? Niemand, auch die rot-grüne Stadtregierung nicht. 

Die dichte Verbauung findet statt, weil Wien attaktiver denn je ist. Und den Menschen, die in Wien leben, ein leistbares und gutes Wohnen ermöglicht werden soll. Und darum soll es gehen in der Politik: um die Menschen und nicht um Autos – auch wenn die eine tolle Sache sind, in der Stadt ist halt zu wenig Platz dafür, das gilt übrigens auch für Elektroautos.