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am 24. August

Willkürliche Straßensperren?

Heidi Sequenz - Dieser Beitrag erschien im August 2017 im Rahmen der dbz-Diskussionsrunde. Die Themenvorgabe kam von der FPÖ.

Wir alle wollen es ruhig haben. Wir wollen aber überall ungehindert mit dem Auto fahren. Soweit die “Logik” der FPÖ. Die Durchfahrtsperre in zwei Gassen im Lobauvorland ist keineswegs Willkür sondern Teil eines seit Langem von den AnrainerInnen herbeigesehnten Verkehrsberuhigungskonzeptes. Dieses wurde in einem breit angelegten BürgerInnen-Beteiligungsverfahren 2015/2016 erarbeitet. Informationen über die aktive Einbindung der AnrainerInnen und die unterstützenden Erhebungen durch ein Verkehrstechnikbüro sind für alle Interessierten – auch für die KollegInnen der FPÖ - sehr leicht auf den www.wien.gv.at – Internetseiten abrufbar. Was hier – teils auch gegen hinhaltenden Widerstand der SPÖ - ausgehandelt wurde, ist natürlich ein Kompromiss mit Vor- und Nachteilen. Fakt ist: Die Straßen und Gassen im Lobauvorland sind ungeeignet für massiven Durchzugsverkehr, vor allem fehlen Gehsteige und Radverkehrsanlagen. Die Damen und Herren von der FPÖ mögen den betroffenen Menschen, die dort zu Fuß oder mit dem Rad, teils mit Kindern unterwegs sein müssen, bitte persönlich erklären, dass sie es als ihr Recht ansehen, mit dem Auto durchzubrausen. Punktuelle Straßensperren können aber nur ein Anfang sein. Wir brauchen Rad- und Gehwege entlang der wichtigsten Schulwege und als Verbindung zwischen der Seestadt und der Lobau. Auch die Buslinien müssten endlich – entsprechend den Ergebnissen des Beteiligungsverfahrens – attraktiver geführt werden mit einem teilweisen Linientausch des 88B und 98A. Übrigens: Der Autoverkehr hat in der Donaustadt in den letzten Jahren nachweislich ab- und nicht zugenommen. Anders als die FPÖ meint, sind offenbar viele Menschen sehr wohl bereit, vom Auto auf andere Verkehrsmittel umzusteigen. Beigetragen haben sicher die Verlängerung der U2 in die Seestadt und die 365 Euro-Jahreskarte.