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am 14. April

Schutzzonen in der Donaustadt: Ein erster Schritt

Heidi Sequenz - Die alten Ortskerne des 22. Bezirkes Donaustadt werden nun baulich geschützt. Die MA19 legte fünf Bereiche fest, die als Schutzzone ausgewiesen werden können: die Ortskerne von Stadlau, Kagran, Eßling, der Schüttauplatz sowie ein Teil der Wagramer Straße. Die Bauten in diesen Ortskernen spannen einen Bogen von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die 1930er-Jahre.

Als vor einigen Jahren das wunderschöne Hopf-Haus in der Donaufelder Straße 241, ein 1906 errichtetes Gebäude im Jugendstil, abgerissen wurde, war die Aufregung groß. Das Grundstück befand sich in privatem Besitz, das Gebäude war weder denkmalgeschützt noch lag es in einer Schutzzone. Niemand konnte daher verhindern, dass das Gebäude der Spitzhacke zum Opfer fiel. Leider wurde bei der letzten Umwidmung in diesem Gebiet vor 12 Jahren diese Schutzzone nicht beantragt. Die Grünen stimmten damals (am 24. Mai 2005) gegen eine Erhöhung der Bauklasse, da durch die höhere Bebaubarkeit der Abriss ebenerdiger und einstöckiger Gebäude noch lukrativer wurde.

Um dieses Schicksal einigen anderen schützenswerten Gebäuden in der Donaustadt zu ersparen beschloss der Wiener Gemeinderat am 7. April 2017 eine Bausperre gemäß § 8 Abs. 2 der Bauordnung über die beschriebenen Grätzln.​

In den vergangenen Jahrzehnten stand die Donaustadt unter starkem Veränderungsdruck und nach wie vor ist es einer der am schnellsten wachsenden Wiener Gemeindebezirke. Hier gilt es besonders auf den Erhalt der historischen Bausubstanz zu achten. Bereits in den vergangenen Jahren wurden Schutzzonen in Breitenlee, Hirschstetten und im Bereich des Industriehofs Stadlau festgesetzt. Entsprechend wurden seitens der Stadt Wien nun umfassende Bausperren vorgesehen, um in weiterer Folge die Schutzzonen in den alten Ortskernen beschließen zu können.

Eine Bausperre ist der erste Schritt Richtung Schutzzone nach der Bauordnung. Dies bedeutet, dass Veränderungen wie Neu- oder Zubauten nur noch mit Genehmigung des Planungsausschusses des Gemeinderats möglich sind.

Bis zum endgültigen Beschluss einer Schutzzone durch den Gemeinderat, dazu bedarf einer Umwidmung, kann es allerdings noch einige Zeit dauern.