Bezirkegruene.at
Navigation:
am 17. Juni

Muss man Grün sein um gegen den Lobautunnel aufzutreten?

Heidi Sequenz - Dieser Beitrag erschien im Juni 2018 im Rahmen der dbz-Diskussionsrunde. Die Themenvorgabe kam von den Grünen.

Slider "NOBAU" - nein zur Lobau-Autobahn

Nein, man muss nicht Grün wählen, um dieses Drei- Milliarden-Projekt abzulehnen. Man braucht nur wirtschaftlich und ökologisch denken. Das tun die meisten Leute, nur leider wird die umfassende Information dieser Menschen seit Jahren von einer unseligen Allianz verhindert. SPÖ/FPÖ/ÖVP, der Boulevard, die Autofahrerklubs und WK tun alles, um das Märchen von der „Verkehrsentlastung“ zu verbreiten. NGOs und Grüne kommen mit ihren Argumenten gegen so eine mächtige Phalanx schwer durch. Tatsache ist, die Lobauautobahn ist Teil eines riesigen, ebenfalls geplanten Autobahnnetzes: die S8 nach Bratislava und die S1 Spange von der Lobauautobahn zur Seestadt. Alle diese Betonpisten werden über die ebenfalls geplante „Stadtstraße“ den Verkehr nach Wien schleusen. Die durch Inserate finanzierten Zeitungen lamentieren täglich über den Stau. Warum nicht über die Auswirkungen dieses „Autodroms“, das noch mehr Stau verursachen wird? Warum beklagen sie nicht die Versiegelung von unvorstellbar viel Boden, die drohende Lärmglocke über der östlichen Donaustadt? Wo ist der mediale und politische Aufschrei über noch mehr Feinstaub in unseren Lungen? Studien von Verkehrsexperten werden ignoriert oder lächerlich gemacht. Nur 3% der Einpendler sind donauquerender Transit, alle anderen wollen nach Wien HINEIN. Mein Hinweis darauf erntete nur Spott in der Verkehrskommission. Die Lösung? Allein die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung und der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel würde den Autoverkehr in Wien reduzieren, sagen Experten. Warum nicht diesen Schritt setzen, bevor das milliardenteure Prestigeprojekt Lobauautobahn weiterverfolgt wird?

 

In Talkshows wird von PolitikerInnen gern der Kampf gegen die Erderwärmung ausgerufen, aber gleichzeitig der Bau solcher Verkehrserreger gefordert. Das ist eine Verhöhnung der BürgerInnen, nicht nur jener, die Grün wählen.