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am 14. März

Lobauautobahn: Was könnte man stattdessen Vernünftiges finanzieren?

Heidi Sequenz - Dieser Beitrag erschien im März 2017 im Rahmen der dbz-Diskussionsrunde. Die Themenvorgabe kam von den Grünen.

Mit den Steuergeldern zur Finanzierung der Lobauautobahn könnte man alle DonaustädterInnen über 18 Jahre ein ganzes Leben lang mit einer Jahreskarte der Wiener Linien ausstatten. Was könnte man noch mit dem Geld Vernünftiges finanzieren?

Jeder von uns kann sich unter €1.630 etwas vorstellen, der durchschnittliche monatliche Nettoverdienst der DonaustädterInnen. Drei Milliarden, soviel kostet der Lobautunnel, können wir uns nicht wirklich vorstellen, daher der plakative Vergleich. Die Forderungen nach einem sofortigen Bau des Lobautunnels kommen gebetsmühlenartig von der SPÖ/FPÖ/ÖVP, ohne dass deren politische VertreterInnen wissen, woher die im Stau Stehenden kommen und wohin sie wollen. Als die Grünen in der Verkehrskommission die Cordonstudie zitierten, also jene Studie, die genau das beschreibt, reagierten die Vertreter der anderen Parteien als wären wir im Besitz einer Geheimstudie. Diese ist jedoch online und besagt: Der donauquerende Transit macht nur 4% aller Einpendler aus, also jene, für die die Lobauautobahn geplant ist. Der Großteil des Verkehrs fährt nach Wien hinein.

Statt massiv in die ÖFFIS zu investieren und das Parkpickerl bei U- und S-Bahnstationen einzuführen, werden solche verkehrsberuhigenden Maßnahmen im Bezirk auf Eis gelegt: Unter dem Motto „Wir warten ab, ob nicht die Stadtstraße und der Lobautunnel die Entlastung bringen.“ Es sollte genau umgekehrt sein. Die Entscheidung für oder gegen exorbitant teure Autobahnen sollte am Schluss der Maßnahmenkette stehen. Das Mobilitätsverhalten der DonaustädterInnen zeigt eine klare Tendenz in Richtung ÖFFis, der Autoverkehr im Bezirk reduzierte sich von 2010- 2015 um 5,6 Prozent.

Wenn Sie, lieber LeserInnen, auf Ihre berechtigenden Forderungen - ein Schutzweg für Ihre Kinder, ein Radweg oder gar kürzere Wartezeiten in den Spitalsambulanzen - wieder einmal hören „Wer soll das bezahlen?“ dann erinnern Sie sich vielleicht an jene Entscheidungsträger, die € 3.000.000.000.-unter einem Nationalpark verbuddeln wollen.

Haben Sie Vorschläge für die sinnvolle Verwendung für 3.000.000.000? Wir würden uns über solche freuen und diese auch veröffentlichen.