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am 8. Juli 2016

Grün, grün, grün waren alle unsere Felder – asphaltgrau ist bald alles, was wir sehen

- Weil derzeit alle von der Lobau-Autobahn und der Gefahr für den Nationalpark reden: Diese ist nur ein Teil der geplanten Transitschneisen, nur ganz wenige BürgerInnen wissen über die Pläne und die verheerenden Folgen zur S8, der Marchfeldschnellstraße, Bescheid.

In Wiens Nord-Osten und dem angrenzenden Niederösterreich soll heftig asphaltiert werden, so der Wunsch von ASFINAG, den Landesfürsten und der Autolobby. Dass die Budgettöpfe von Bund und Ländern leer sind, das Grundwasser in der sogenannten Kornkammer Österreichs dadurch vergiftet wird und der lärmgeplagten Bevölkerung in beiden Bundesländern durch die geplanten Straßenprojekte nur noch mehr Verkehr anstatt Entlastung gebracht wird, wird vehement bestritten. Wegen der massiven Planungsmängel sind die mündlichen Verhandlungen zur S8, die Ende Mai in Gänserndorf stattfanden, nun aber erneut ergebnislos um ein halbes Jahr verschoben worden.

Streckenverlauf der S8 Marchfeldschnellstraße.
Amrita Enzinger (Grüne NÖ) und Heidi Sequenz (Grüne Wien-Donaustadt) am geplanten Streckenverlauf bei Deutsch Wagram

Transitschneisen durch die Donaustadt

Der geplante Autobahn-Ringschluss mit S1-Verlängerung und Lobau-Tunnel, die überdimensionierte Autobahnverbindung namens „Stadtstraße“ und der Transitzubringer S8 Marchfeldschnellstraße dienen nicht dazu auch nur einem Bewohner mehr Lebensqualität zu verschaffen, sondern nur zusätzlichen Fernverkehr aus dem Osten über Bratislava durch Niederösterreich und Wien zu schleusen. Die wenigen Arbeitsplätze, die dadurch erhalten werden können, stehen in keiner Relation zur daraus resultierenden Gesundheitsgefährdung.


Grundwasser gefährdet

Wie vor einigen Monaten beim Lobau-Tunnel brachten auch die mündlichen Verhandlungen im Umweltverträglichkeitsprüfverfahren (UVP) zur S8 Marchfeldschnellstraße massive Planungsmängel und Gefahrenpotenziale für Mensch und Umwelt zutage. "Im trockenen Marchfeld ist das Grundwasser von entscheidender Bedeutung für Einwohner und die Landwirtschaft. Die Projektbefürworter vergessen auch immer wieder zu erwähnen, dass die S8 die Existenz von Landwirten bedrohen würde, weil das Grundwasser extrem belastet wird. Der Aufschrei der Landwirte und vor allem des Bauernbundes ist längst überfällig.“ Die ASFINAG hat sich ohne Not entschlossen, ihr Projekt kostensparend auf Versickerung schadstoffbelasteter Straßenwässer umzuplanen und die Risiken auf die Allgemeinheit abzuwälzen,“ so Wolfgang Rehm von der Umweltorganisation VIRUS, der auch die Bürgerinitiative Marchfeld im Verfahren vertritt. Das Straßenbauunternehmen wurde indes erneut aufgefordert bei ihren Planungen nachzubessern.


Zeitgemäße Verkehrskonzepte fehlen

Anstatt ein zeitgemäßes Gesamtverkehrskonzept für den Ballungsraum Wien zu erstellen, bei dem verstärkt auf den Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln zusammen mit umweltverträglichen, adäquat proportionierten Straßenbaumaßnahmen gesetzt wird, wird von schwarzer und roter Seite vehement blockiert. Frei nach dem Motto „Erst bauen, dann schauen – der Steuerzahler zahlt es ja“. Dahingehende Initiativen der Grünen in Niederösterreich und Wien werden blockiert und das zulasten der Bürgerinnen und Bürger. Amrita Enzinger, Verkehrssprecherin der Grünen im NÖ Landtag bringt es auf den Punkt: „Bei Deutsch Wagram, Strasshof und Gänserndorf leiden die BürgerInnen seit fast 20 Jahren unter der massiven Verkehrsbelastung. Versprochene - teils fertig geplante - Maßnahmen zur Entlastung wurden aber nie umgesetzt. Stattdessen trichtert man den Menschen ein, die S8 wäre das Allheilmittel. Das angebliche Allheilmittel wartet ebenfalls schon seit 10 Jahren auf Umsetzung. Hätte man die kleinräumigen Entlastungsmaßnahmen gesetzt, wäre die S8 längst kein Thema mehr.


Ausbau der ÖFFis nach NÖ und Burgenland

Die Klubobfrau der Grünen Donaustadt Heidi Sequenz plädiert weiterhin für den massiven Ausbau des öffentlichen Verkehrs in der Donaustadt und über die Bundesländergrenzen hinaus sowie für lokale, kleinräumige Umfahrungen, die umweltverträglich und kostenreduziert sind. Das 365,- EUR Jahresticket für die gesamte Ost-Region ist unser Angebot an die Menschen in Wien, Niederösterreich und das Burgenland.