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am 6. September

Die Mär von der „Entlastung“ durch neue Straßen

Wolfgang Orgler - Dieser Beitrag erschien im September 2021 im Rahmen der dbz-Diskussionsrunde unter dem Titel "Keine Nordostumfahrung und weiter Dauerstaus im 22. Bezirk? Wie sehen das die Donaustädter Parteien?". Die Themenvorgabe kam von der FPÖ.

Die Straßen der Donaustadt platzen bereits aus allen Nähten. Doch nach noch mehr Straßen zu rufen, löst das Problem nicht. Neue Straßen bringen nur noch mehr Verkehr, Abgase, CO2, Feinstaub und Lärm.

Wien benötigt auch keine Nordostumfahrung, da nur 4% des Verkehrs tatsächlich an Wien vorbeiführt. Der allergrößte Teil fährt IN die Stadt und gefährdet die Gesundheit der Bevölkerung.

Die Mär von der „Entlastung“ durch neue Straßen und Autobahnen hören wir seit mehr als 50 Jahren. Bereits die Südosttangente war 1970 als „Entlastung“ der Wiener Straßen gedacht, ebenso ihre ständige Verbreiterung von zwei auf bis zu sechs Fahrstreifen. Dann versprach die Schnellstraße S1 die heiß ersehnte „Entlastung“ und auch der Ausbau der Südautobahn sollte die täglichen Staus reduzieren.

Geworden ist daraus nichts, im Gegenteil, die Verkehrsbelastungen sind größer denn je. Mehr Straßen bringen mehr Verkehr und mehr Versieglung. Das belegen Studien von Verkehrsplanern und auch der SPÖ: Lobautunnel und Stadtstraße bringen höchstens für drei Jahre eine kurzzeitige Entlastung, danach haben wir noch mehr Verkehr und Belastungen als jetzt.

Viele Städte in Europa, wie Barcelona und Paris, zeigen es vor: Wir müssen für das individuelle Mobilitätsbedürfnis der Bevölkerung Alternativen anbieten. Und diese liegen im deutlichen Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie des Radwegenetzes.

Gerade in der Donaustadt besteht diesbezüglich ein großer Aufholbedarf. Statt hunderte Millionen in neue Straßen zu buttern, sollte mit diesem Geld der Öffi-Ausbau massiv vorangetrieben werden. Denn wir benötigen mehr Straßenbahnen, mehr und dichtere S-Bahnen sowie flächendeckende Radwege.