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am 1. Juni

Der große Schwindel

Heidi Sequenz - Die Lobau-Autobahn (S1) ist Teil einer internationalen Transitroute von der Ostsee bis zur Adria. Die nahtlos anschließende Stadtstraße ist der Einfüllstutzen, der eine Verkehrslawine nach Wien spült. Wenn die Rot-Pinke Stadtregierung von einer Klimamusterstadt redet, ist das der große Schwindel.

Vier Straßenprojekte, die getrennt durch diverse Verfahren gingen, sind in Wirklichkeit ein Projekt. Anders wären sie nie genehmigt worden.

  • Die 19 km lange Lobau-Autobahn (S1) ist das Gegenteil einer Umfahrung. Anders als behauptet, wird sie Wien und die Donaustadt nicht vom Verkehr entlasten. Sie bedeutet mehr Verkehr und mehr Emissionen.
  • 8,5 km Lobau-Tunnel gefährden den Nationalpark.
  • Die S1-Spange ist nichts anderes als die 4,5 km lange Autobahnabfahrt von der S1 Autobahn.
  • Direkt an die S1 Spange dockt die 3,2 km lange Stadtstraße an. Diese ist nur deshalb vollkommen überdimensioniert vierspurig geplant und wird die Verkehrslawine weiter nach Wien rein schleusen.

Die östliche Donaustadt wird unter einer Lärm- und Feinstaubglocke versinken. Die Abgastürme in Essling werden den Dreck von 60.000 Fahrzeugen mit viel Lärm nur 100 m von Wohnhäusern entfernt an die Oberfläche blasen.

Lobautunnel gefährdet den Nationalpark Donau-Auen


Das Bohren von zwei Tunnelröhren mit je 15 m Durchmesser an der breitesten Stelle des Nationalparks gefährdet dessen Grundwasserhaushalt und damit das sensible Ökosystem des gesamten Nationalparks. Die Gemüsebauern der Donaustadt und von Simmering haben die Gefahr bereits erkannt und protestieren gegen den Bau.

Die Autobahn schädigt den Wirtschaftsstandort Wien und die Steuerzahler*innen


Autobahnen beschleunigen die Zersiedelung und schwächen die lokale Wirtschaft. Viele Betriebe werden nach Niederösterreich absiedeln und die Wiener Wirtschaft dadurch massiv schädigen. Profitieren werden nur die Autobahnbauer und die ASFINAG: jeder LKW mehr bringt mehr Mauteinnahmen.

Der Bau bringt nicht einmal Vorteile für Autofahrer*innen, weil damit noch mehr Verkehr produziert wird. Was jetzt als lästiger Stau beklagt wird, wird man sich dann herbeiwünschen. Die Autobahnvignette und diverse Steuern für das Autofahren decken nur einen geringen Teil der Kosten für den Bau und vor allem den Erhalt von Straßen. Den Rest zahlen wir alle, ebenso wie die Strafzahlungen für nicht erreichte Klimaziele.

Der große Schwindel – Keine Entlastung der alten Ortskerne

Der Donaustädter Bevölkerung wird seit 10 Jahren eingehämmert, die geplante Stadtstraße diene einzig dem Zweck der Verkehrsentlastung der alten Ortskerne. Der Bau der Stadtstraße ALLEIN wird jedoch nie die gewünschte Entlastung bringen. Dazu braucht es Straßenrückbauten und eine gerechtere Verteilung des öffentlichen Raums in den alten Ortskernen selbst. Ohne solche Maßnahmen wird der Verkehr weiterhin durch diese Ortskerne fließen, doch die verhindert der jetzige Bezirksvorsteher. Der ehemalige Bezirksvorsteher Scheed ließ schon Renderings produzieren, die Hirschstetten als idyllischen, autobefreiten Dorfplatz zeigen. Es ging der SPÖ aber nie um die alten Ortskerne der Donaustadt, in Wahrheit ging es darum, mit 460 Mio. EUR Steuergeld für 3,2 km Stadtstraße den 1. Puzzlestein für ein gigantomanisches Straßenprojekt zu schaffen.

Investitionen in ÖFFIS helfen Menschen, dem Klima und der Wirtschaft


Wer intelligente Mobilität für die Menschen will, investiert 3.000.000.000 EUR in gut ausgebauten, leistbaren, öffentlichen Verkehr. Ein Steuereuro in die Schiene investiert bringt dreimal so viel, schafft mehr Arbeitsplätze und stärkt die lokale Wirtschaft. Unsere Klimaziele bleiben damit nicht reine Fantasiezahlen.

Der Bau von Schnellstraßen und  Autobahnen ist Politik von vorgestern!

​Während in anderen Städten Autobahnen längst wieder abgerissen werden (Seoul, Paris), baut Österreich neue, obwohl unser Land ohnehin bereits zu den Ländern mit den meisten Autobahn-Kilometern pro Einwohner*in zählt.