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am 19. Februar

Chance für die Donaustadt: Massiver Öffi-Ausbau!

Heidi Sequenz - Dieser Beitrag erschien im Februar 2018 im Rahmen der dbz-Diskussionsrunde. Die Themenvorgabe „Chancen für Donaustadt durch die Nordost-Umfahrung?" kam von der SPÖ.


Der Bau des Lobautunnels/S1 würde einen Abfluss der Wirtschaftskraft/Arbeitsplätze von Wien nach NÖ bedeuten, sowie zusätzlichen Verkehr. Die immensen Kosten und die ungeklärten Auswirkungen auf das Grundwasser sprechen ebenfalls gegen den Bau.

Die Chancen für die Donaustadt bestehen viel mehr darin, die in der gerade veröffentlichten Studie empfohlenen Maßnahmen umzusetzen: massiver Ausbau der Öffis, kleinräumiges Parkpickerl und zusätzliche Verkehrsberuhigung in den Ortskernen. Das allein schafft laut Studie eine Verkehrsentlastung für die Donaustadt und ganz Wien. Denn jeder Kilometer zusätzliche Straße bedeutet mehr Verkehr, das ist allgemein anerkannt. Ebenso belegt ist, dass der Bau von Hochleistungsstraßen die Zersiedelung und den Abfluss der Arbeitsplätze in Richtung Umland fördert. Dieses „weg“ aus der Stadt bedeutet hohe Kosten für die Menschen selbst, wie Treibstoffkosten durch die langen Fahrtwege, aber auch für die Allgemeinheit (Flächenverbrauch, teure Einleitung von Wasser und Kanal). Die S1 wird Unternehmen/Arbeitsplätze von Wien ins Umland ziehen und die Abhängigkeit vom Auto steigern.

Es ist unverantwortlich, wenn die mit €14 Milliarden verschuldete ASFINAG weitere € 3 Milliarden Kredit aufnimmt. Die Haftung tragen wir alle, wie bei der Hypo Alpe Adria. Nicht berücksichtigt sind die künftig anfallenden Kosten für Instandhaltung. So kostete die kürzlich erfolgte Sanierung des Kaisermühlentunnels €700 Millionen. Das Geld für die S1 wäre in einem massiven ÖFFI-Ausbau besser aufgehoben. Das wäre gleichzeitig nachhaltige Umweltpolitik und gelebte Sozialpolitik, nichts anderes ist die € 365 Jahreskarte.

Unser Bezirksvorsteher will „seinen“ Lobauautotunnel, aber kein Parkpickerl. Diese Variante bedeutet für Wien, dass die Stadt spätestens zwei Jahre nach dem Bau der S1 im Stau erstickt. Chancen schauen anders aus.