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am 15. Oktober

Bauwahn statt Grünraumschutz: Was tun gegen die Zubetonierung Donaustadts?

Hannes Lager - Dieser Beitrag erschien im Oktober 2019 im Rahmen der dbz-Diskussionsrunde. Die Themenvorgabe kam von der FPÖ.

Wertvolle Ackerflächen und Grünraum werden in unvorstellbarem Ausmaße zubetoniert, sollten all die
geplanten Straßenprojekte realisiert werden: die Autobahn S1 „Spange“ zur Seestadt und ihre
Fortsetzung zur A23, die „Stadtstraße“. Mit diesen Straßen wird auch der Wohnbau unausweichlich
weiter zunehmen. Meint die FPÖ das mit Bauwahn? Wohl kaum, fordert sie doch mit großer
Vehemenz und immer wieder den „sofortigen“ Bau dieser Straßen. Wie zumeist können wir aufgrund
der Wortwahl der FPÖ nur vermuten, worum es wirklich geht.
Eines ist klar, jeder zubetonierte Quadratmeter ist ein Quadratmeter der fehlt, um Pflanzen anzubauen
und etwas Gutes für den CO2 Haushalt der Erde zu tun. Aber wir wohnen alle nicht in Zelten. Für jede
Wohnhausanlage, für jedes Haus wurde eine Wiese, ein Acker versiegelt.
Die Frage ist vielmehr: Wieviel Zuzug ist für die bereits ansässige Bevölkerung zuträglich? Die
Donaustadt ist eines der am schnellsten wachsenden Gebiete in Mitteleuropa und vielen
Donaustädterinnen und Donaustädtern ist das zu schnell. Und das müssen wir hören und verstehen.
Es treffen zwei Interessen, die beide berechtigt sind, aufeinander. Hier der Wille, Wohnraum leistbar
zu erhalten – darum sind viele Menschen in den letzten Jahren hierher gezogen – und da der Schutz
der bereits ansässigen Bevölkerung. Zwischen diesen Interessen muss ein Ausgleich geschaffen
werden.
Im Oktober 2014 begann die Aufforstung des Wienerwald Nordost. Auf rund 1000 Hektar wird ein
neues Naherholungsgebiet entstehen und so den Wiener Grüngürtel vergrößern. Das 2015 verordnete
Landschaftsschutzgebiet gewährleistet, dass keineswegs alles im Bezirk verbaut wird. Den
Grünraumschutz gibt es also, es ist daher auch kein entweder oder, wie die FPÖ Themenvorgabe
andeutet, sondern ein wichtiges Thema, wo es um Ausgleich von Interessen geht. ​