Bezirkegruene.at
Navigation:
am 30. August

Alternativen zum Autoverkehr für mehr Lebensqualität und Sicherheit

Heidi Sequenz - Dieser Beitrag erschien im August 2018 im Rahmen der dbz-Diskussionsrunde. Die Themenvorgabe "Wird auch in der Donaustadt systematisch Stau erzeugt und damit ein höherer Schadstoff-Ausstoß bewusst in Kauf genommen?“ kam von der ÖVP.

​Wir können nur vermuten, was die ÖVP mit „systematisch Stau erzeugen“ meinen könnte. Falls es das – im Internet leicht auffindbare –Interview ist, welches der Wiener Verkehrsplaner Hermann Knoflacher im Frühjahr dem deutschen Magazin „Der Spiegel“ gegeben hat, dann können wir nur empfehlen, dieses auch vollständig zu lesen und nicht nur dessen verstümmelte Version, wie sie von der Kronenzeitung & Co präsentiert wurde. Dann wird vielleicht schon klar, was eigentlich Sache ist: Gerade in einer Großstadt muss im Sinne der Lebensqualität und Sicherheit Alternativen zum Autoverkehr ausreichend Platz gegeben werden. Dies ist übrigens nicht nur in Wien, sondern zunehmend weltweit Standard. Wer möchte sich mit Kinderwagen oder Rollstuhl an Kreuzungen zwischen illegal geparkten Autos durchquetschen? Gehsteigvorziehungen (vulgo: Ohrwaschln) sorgen für die Durchsetzung der Straßenverkehrsordnung und für bessere Sicht auf den Querverkehr – auch im Auto. 30 km/h-Zonen sorgen dafür, dass z.B. ein Kind, welches unvermittelt auf die Fahrbahn läuft, eine Überlebenschance hat. Gehsteigvorziehungen und Verkehrsinseln an Tram- und Bushaltestellen verhindern, dass aus- und einsteigende Fahrgäste von überholenden Autos niedergeführt werden. Anstelle eines Busses könnten übrigens so an die 80 andere Pkw vor einem „genervten Autofahrer“ stehen. Ob dies weniger Stau erzeugt, mögen bitte unsere Leserinnen und Leser beurteilen. Ja, autofreie oder verkehrsberuhigte Zonen werden zuerst bekämpft, und dann möchte sie niemand mehr missen. Aber vielleicht möchte die ÖVP diese doch abschaffen?