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am 8. September

Wie können Grün- und Erholungsräume in der Donaustadt vor der zunehmenden Verbauung geschützt werden?

Heidi Sequenz - Dieser Beitrag erschien im September 2020 im Rahmen der dbz-Diskussionsrunde. Die Themenvorgabe kam von der FPÖ.


Der Gemeinderat hat im Juni 2020 das Leitbild Grünraume beschlossen, einen Meilenstein in der Wiener Grünraumplanung. Es erweitert und sichert Grün- und Freiräume nachhaltig für die Stadt, wie den Norbert-Scheed-Wald in der Donaustadt. Wien besitzt einen sehr hohen Grünanteil von über 50 % und wurde mehrmals zur grünsten Stadt der Welt gekürt! Wien hat mit 58 m² den geringsten Pro-Kopf-Flächenverbrauch aller Bundesländer, im Burgenland sind es 507 m². Pro Neubauwohnung verbaut Wien mit Abstand am wenigsten Boden.

 

Allen, die sich um die Versiegelung der Grünflächen sorgen, wird es auch nicht egal sein, dass für die geplante Stadtstraße und S1-Spange 330.000 m² Grünland zubetoniert werden. Für die geplante Lobauautobahn werden weitere unfassbare Mengen an Ackerland dran glauben müssen. Bevor wir den Bau von geförderten Wohnungen kritisieren, sollten wir hier genauer hinschauen.

 

Ja, in der Donaustadt wird viel gebaut und der Vorwurf „Ihr betoniert ja alles zu“ ist dort besonders laut, wo mehrgeschossige Gebäude in Gegenden mit Einfamilienhäusern errichtet werden. Hier wird oft - auch auf Grund schon länger bestehender Widmungen - sehr unsensibel verdichtet, wie gerade am Angoraweg, direkt neben der Lobau. Verdichtung ist natürlich sinnvoll, aber vor allem dort, wo die entsprechende Verkehrsinfrastruktur gegeben ist, wie in der Seestadt und am Hausfeld, oder wo sie zeitgleich zum Wohnbau errichtet wird.

 

Vor allem bei der in der Donaustadt weit verbreiteten Bauklasse W I besteht Reformbedarf, und daran wird auch gearbeitet. Der Begriff „gärtnerische Ausgestaltung“ muss präzisiert werden, damit Grünflächen nicht für Parkplätze, Wege, Terrassen, Müll-Abstellplätze, etc. missbraucht werden.