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am 10. Oktober

Wie kann die Austrocknung der Lobau verhindert werden?

Heidi Sequenz - Dieser Beitrag erschien im Oktober 2020 im Rahmen der dbz-Diskussionsrunde. Die Themenvorgabe kam von den Grünen.

Ja, das überaus beliebte Naherholungsgebiet der Wiener*innen ist massiv bedroht - die Lobau trocknet aus. Die so dringenden Maßnahmen werden seit Jahrzehnten diskutiert, bewertet, aber nicht umgesetzt. Seit der Donauregulierung wird der Lobau von der Donau kein frisches Wasser mehr zugeführt. Um den Charakter der Au mit seiner Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten, wird deshalb seit 1992 künstlich Wasser aus der Alten und der Neuen Donau über das Mühlwasser in Richtung Lobau geleitet. Diese Dotation ist aber unzureichend. Ohne zusätzliches Wasser wird die Au komplett austrocknen. Nach einer aktuellen Einschätzung von Wissenschaftlern könnte es schon in wenigen Jahrzehnten soweit sein. Es muss klar zwischen Maßnahmen für die Obere und Untere Lobau unterschieden werden. Mehr Wasser für die Obere Lobau scheitert an der Angst der Behörden, dass die Keller mancher Häuser nass werden und die Stadt für den Schaden zahlen muss. Nur: Wo sind diese mysteriösen Keller? Wie viele sind es? Es gibt darüber keine verlässliche Information. Daher wird die Zuführung von Wasser über die Panozzalacke in die Obere Lobau seit 2002 (!) NUR ANGEKÜNDIGT. Die ausreichende Dotation der Unteren Lobau scheitert aus einem anderen Grund. Dafür bräuchte es die Wasseraufbereitungsanlage Kleehäufel. Die wurde aber nie errichtet, obwohl 2004 (!) bereits genehmigt und medial groß angekündigt. Das Projekt verschwand in der Schublade, als hätte es dies nie gegeben. Damit könnte Wasser aus der Neuen Donau eingespeist werden, ohne die Qualität des Trinkwassers aus dem Grundwasserwerk Lobau zu gefährden. Durch diese beiden Maßnahmen bekäme dieAu das so dringend benötigte Wasser. Gänzlich unverständlich ist die ewige Verzögerung beim Abschalten der alten Sperrbrunnen. Diese sicherten die Altlast des Tanklagers Lobau, entziehen aber der Lobau viel Wasser. Seit 2009 funktionieren die NEUEN Sperrbrunnen und seit 2013 ist es amtlich: „Die Altlast kann als gesichert beurteilt werden.“


Seit fast 20 Jahren fordern die Grünen die entsprechenden Maßnahmen. Die Lobau ist ein wesentlicher Teil des Nationalparks Donau-Auen. Diese Auenlandschaft mit ihrem Artenreichtum muss gerettet werden!