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am 11. September

SOS aus der Au - Die Lobau verdurstet

Heidi Sequenz - Das überaus beliebte Naherholungsgebiet der Wiener*innen ist massiv bedroht – die Lobau trocknet aus. Seit 2014 stellen wir Grüne im Bezirk Anfragen und Anträge. Die so dringenden Maßnahmen werden seit Jahrzehnten diskutiert, bewertet, aber nicht umgesetzt.

Wer die Lobau einmal besucht hat, schwärmt von ihrer Einzigartigkeit und Schönheit. Doch diese besondere Aulandschaft ist massiv gefährdet und damit die Identität und Ökologie der Donaustadt. Norbert Sendor, Naturfotograf, Jahrgang 1936: „Dort, wo ich in den 1960er-Jahren getaucht bin, sind heute nur noch Lacken oder schon trockenes Land.“  Vom Josefsteg, einer Brücke über das fast vollständig verschwundene Tischwasser, blickt man heute auf ein Meer von Schilf. Ein Zeichen des Todes für das Gewässer, das letzte Stadium vor der Verlandung. Das trifft auch auf die anderen Gewässer der Lobau zu, vor allem die kleineren, das sind die mit der größten Artenvielfalt.

Ohne zusätzliches Wasser wird die Au komplett austrocknen.

GESCHICHTE DER AUSTROCKNUNG

Seit der Donauregulierung wird der Lobau von der Donau kein frisches Wasser mehr zugeführt. Um den Charakter der Au mit seiner Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten, wird deshalb seit 1992 künstlich Wasser aus der Alten und der Neuen Donau über das Mühlwasser in Richtung Lobau geleitet. Diese Dotation ist aber unzureichend. Ohne zu- sätzliches Wasser wird die Au komplett austrocknen. Nach einer aktuellen Einschätzung von Wissenschaftlern könnte es schon in wenigen Jahrzehnten soweit sein.

WARUM WIRD NICHT MEHR WASSER ZUGEFÜHRT?

Die so dringend notwendige Einleitung von mehr Wasser in die Obere Lobau scheitert auch an ominösen Kellern. Es droht dadurch Wasser in diese zu gelangen und die Stadt müsse für den Schaden zahlen. Nur: Es gibt allerdings keinerlei Information wo diese mysteriösen Keller sein sollten oder wie viele es wären. Die ausreichende Dotation der Unteren Lobau scheitert aus einem anderen Grund. Wird Wasser aus der Neuen Donau eingespeist, könnte das Auswirkungen auf die Qualität des Trinkwassers aus dem Grundwasserwerk Lobau haben.

MASSNAHMEN WERDEN SEIT JAHRZEHNTEN NICHT UMGESETZT

Um genau dieses Problem zu beheben wurde 2004 die Wasseraufbereitungsanlage Kleehäufel genehmigt. Damit wäre es möglich, der Au das so dringend benötigte Wasser ausreichend zuzuführen. Medial groß angekündigt, verschwand das Projekt im selben Jahr in der Schublade, als hätte es dieses Projekt nie gegeben.

Für die Obere Lobau wird seit 2002 (!) die Zuführung von Wasser über die Panozza-Lacke ANGEKÜNDIGT.

Nationalpark Donau-Auen, bei Groß-Enzersdorf, Eberschüttwasser

NICHT MEHR BENÖTIGTE SPERRBRUNNEN SCHLIESSEN

Selbst das Abschalten der alten Sperrbrunnen läßt seit ewig auf sich warten. Diese sicherten die Altlast des Tanklagers Lobau, entziehen aber der Lobau viel Wasser. Seit 2009 funktionieren die NEUEN Sperrbrunnen und seit 2013 ist es amtlich: „Die Altlast kann als gesichert beurteilt werden.“

Der Schutz der Lobau hat offensichtlich keine politische Priorität. Die Lobau ist ein wesentlicher Teil des National- parks Donau-Auen. Diese Auenlandschaft mit ihrem Arten- reichtum muss gerettet werden!