Bezirkegruene.at
Navigation:
am 25. April

Frühlingsbeginn - trotz Corona - in der baumreichen Donaustadt

Christa Staudinger - Das Frühlingswetter treibt uns in die Natur, doch die Corona- Verordnungen beschränken uns. So können und sollen wir uns auf das regionale Angebot im Bezirk konzentrieren. Da haben wir wirklich Glück, denn kein Bezirk Wiens kann so viel Natur bieten wie die Donaustadt.

So sind im Baumkataster Wiens 28.180 gepflanzte Bäume auf öffentlichem Grund registriert. Allerdings sind noch 1.129 Pflanzstellen leer, sie sollen in nächster Zeit nachgepflanzt werden. Dies ist im Wiener Baumschutzgesetz vorgesehen, die Stadtverwaltung kommt ihrer Aufgabe auch weitgehend nach. Die Zahlen zeigen aber, dass es Luft nach oben gibt.

2010 bis 2019 wurden in der Donaustadt ca. 5.000 Bäume neu gepflanzt, die meisten davon im Jahr 2015. Das war doppelt so viel wie im Jahrzehnt davor. 2019 waren es 544 neue Bäume. Man sieht also, dass die Stadtverwaltung durchaus aktiv ist. Allerdings sind für die Bäume Wiens mehrere Magistratsabteilungen zuständig: 64 % aller Stadtbäume werden von der MA 28 für Straßen und Grünanlagen und der MA42 für Parkanlagen betreut. Für den Rest sind 8 weitere Abteilungen verantwortlich.

Von etwa 13.000 Bäumen ist das Pflanzjahr unbekannt. Das sind wohl die älteren Bäume, die aus Zeiten stammen, als die Aufzeichnungen nicht so korrekt geführt wurden bzw. die von selbst gewachsen sind. Die älteste bekannte Baumpflanzung in der Donaustadt erfolgte 1846.

Einer der ältesten Bäume Kaisermühlens ist die Silberweide am Kaiserwasser nahe der UNO-City. Sie ist 120-140 Jahre alt und ein Rest des Auwalds, der vor der Donauregulierung das Gebiet bedeckte.

Sie soll nicht gefällt werden, sondern bis zu ihrem natürlichen Ende einen Lebensraum für Insekten, Pilze, Vögel und auch Säugetiere bieten. Um Spaziergänger nicht durch herabbrechende Äste zu gefährden, ist sie eingezäunt und bewahrt so in ihrer unmittelbaren Umgebung ein kleines Stück Wildnis.

Weiden werden allerdings kaum mehr neugepflanzt. In den letzten 20 Jahren wurden vor allem die Gemeine Esche, der Südliche Zürgelbaum, Zierbirne, Feldahorn und Spitzahorn gepflanzt. 1950-69 war das Artenspektrum der Neupflanzungen deutlich anders: Es dominierten Sommerlinde, Robinie, Spitz- und Bergahorn und die Rosskastanie. Letztere wurde wegen des starken Befalls durch die Miniermotte weitgehend aus dem Sortiment genommen. Dies könnte allerdings auch mit der Esche passieren, die schwer von einer Pilzkrankheit geschädigt wird.

Zürgelbaum, aber auch Baumhasel und Gleditschie werden erst in jüngerer Zeit häufig als Stadtbäume gepflanzt: diese Arten erwiesen sich gegen Hitze und Trockenheit sowie gegen Luftverschmutzung als besonders widerstandsfähig.

Stadtbäume haben offenbar häufig kein sehr langes Leben: Das Durchschnittsalter der Bäume der Straßen- und Grünanlagen in der Donaustadt ist 25,2 Jahre, das der Bäume in Parkanlagen 26 Jahre. Als Erklärung können Stressfaktoren wie Hitze, Trockenheit und Autoabgase herangezogen werden. Allerdings sind viele Grünanlagen und Parks unseres Bezirks erst in jüngerer Zeit angelegt worden.

Dies waren nur ein paar Ergebnisse, die aus dem Baumkataster der Stadt Wien zu gewinnen sind. Aber jetzt - hinaus zu den echten Bäumen der Donaustadt, die uns mit dem zarten Grün der neu austreibenden Blätter erfreuen!