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am 13. April 2015

Gedenkwanderung zum 70. Jahrestag der Befreiung Transdanubiens

Webredaktion Grüne Donaustadt - Am 13. April 1945 zogen die letzten Nazi-Truppen aus dem heutigen Floridsdorf ab. Weniger als vier Wochen später war der Zweite Weltkrieg in Europa mit der Kapitulation des Deutschen Reichs zu Ende. Die mittlerweile vierte Veranstaltung der „Gedenk-Plattform Transdanubien“ gedachte dieser Ereignisse, aber vor allem den Opfern der NS-Militärjustiz und dem Schicksal der ZwangsarbeiterInnen.

GEDENKSTEIN IM DONAUPARK

Über 50 Interessierte schlossen sich dieser Gedenk-Wanderung an, die beim Gedenkstein für die Opfer der NS-Militärjustiz im Donaupark begann. Heidi Sequenz (Klubobfrau Grüne Donaustadt) stellte die Gedenk-Plattform vor und erzählte, warum diese gegründet wurde. Hans Höllisch (KPÖ Donaustadt) erinnerte an die Ermordung jener 129 Menschen, die an diesem Ort zwischen 1940 und 1945 durch Erschießen hingerichtet wurden, hauptsächlich Angehörige der Wehrmacht.

Besonders erschütternd war die als Abschreckung gedachte Erschießung von Johann Zak und Hermann Plackholm wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ und „Feindbegünstigung“ im Oktober 1944. Ihr Verbrechen? Sammlung von Geldspenden zur Unterstützung von Angehörigen verfolgter, verhafteter und hingerichteter Kollegen sowie Verbreitung von kommunistischen Flugschriften. Über 600 Wiener Feuerwehrleute wurden gezwungen, die Exekution mitanzusehen. Vor deren Augen wurden die an Pfählen festgebundenen Feuerwehrmänner hingerichtet.

Spuren des NS Terrors

Eine kurze Fahrt im Sammeltaxi brachte uns in die Hopfengasse in Floridsdorf. Hier erläuterte der Archäologe Mag. Thomas Pototschnig, welche Spuren des Terrors heute noch in Floridsdorf zu finden sind.

In der Hopfengasse befand sich von Juli 1944 bis Anfang April 1945 ein Nebenlager des Konzentrationslagers Mauthausen, in dem KZ-Häftlinge für die Flugzeugfirma Heinkel Sklavenarbeit leisten mussten. Reste des Lagertores sind immer noch zu sehen.

Stadteinwärts führte die Wanderung anschließend zum Gelände bei Prager Straße Nr. 20, das vor dem Krieg der Familie Mautner-Markhof gehörte und Standort einer Brauerei und Malzfabrik war. Hier waren jüdische ZwangsarbeiterInnen ab Sommer 1944 beim Bau eines Hochbunkers eingesetzt, der immer noch an der Gerichtsgasse steht.

Niemals vergessen

Den Abschluss bildete um ca. 12 Uhr eine Kranzniederlegung beim „Niemals vergessen“-Gedenkstein vor dem Bezirksmuseum Floridsdorf, an der Ilse Fitzbauer (Bezirksvorsteherstellvertreterin) teilnahm. Viele TeilnehmerInnen besuchten im Anschluss die Ausstellung „Schauplatz Floridsdorf 1938-1945. Krieg, Leid, Zerstörung“ im Bezirksmuseum Floridsdorf. Diese ist noch bis 24. Mai 2015 zu besuchen.