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am 1. März 2016

Gedenken an die Lovara, Sinti und Roma auf dem Ringelseeplatz

Webredaktion Grüne Donaustadt - Auf dem Ringelseeplatz befand sich Jahrzehnte hindurch ein Sammelplatz, auf dem sich Lovara, Sinti und andere Gruppen der Roma trafen und teilweise in Wohnwägen lebten – bis in die 1960er-Jahre, als in dem „Grätzl“ das Hallenbad Floridsdorf, Schulen (mit den entsprechenden Sportflächen), ein Kindergarten und Gemeindebauten errichtet wurden.

Der Ringelseeplatz heute

Die „Überparteiliche Gedenkplattform Transdanubien“, die seit 2012 Veranstaltungen u.a. zum 75. Jahrestag des „Anschlusses“, zur Geschichte des Donaufeldes in der Zeit des Kriegsendes oder zum Jahrestag der Befreiung Transdanubiens von der Nazi-Diktaturabhielt, möchte heuer auf diesen weitgehend unbekannten Aspekt der Regionalgeschichte Transdanubiens hinweisen – mit einer Veranstaltung mit ZeitzeugInnen am Donnerstag, den 17. März 2016.

ABLAUF:
Treffpunkt um 17 Uhr in der Franklinstraße (bei Nr. 24, nach dem Hallenbad, Ecke Prießnitzgasse). Dort könnte ein geeigneter Standort für eine Erinnerungsstätte sein.

Begrüßung durch die Gedenkplattform (Gerhard Jordan) und Vorstellung des Anliegens, Stellungnahme des Bezirks von Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Ilse Fitzbauer (SPÖ).
Niederlegen von Blumen.
Danach Wanderung um den Ringelseeplatz zum Gasthaus Birner Gasthaus Birner, An der Oberen Alten Donau 47 (bis ca. 18 Uhr).
Dort einleitende Worte durch Heinz Berger und Präsentation historischer Fotos aus dem Familienarchiv von Willi Sylvester Horvath (Gastkurator der Ausstellung “Romane Thana”). Anschließend Gespräche mit ZeitzeugInnen: Ruzsa Nikolić-Lakatos (Lovarica, Sängerin), Alfred Ullrich (Sinto-Künstler, aufgewachsen auf dem Bruckhaufen, lebt heute in Bayern) und Mozes F. Heinschink (Sprachwissenschafter, besuchte als Jugendlicher öfter die Lovara auf dem Ringelseeplatz).

Neben der Gedenkplattform und der in ihr aktiven Gruppen fordert auch die Initiative „Rassismusfreies Transdanubien“ die Errichtung einer Erinnerungsstätte, die auf das Schicksal der hier einst lebenden Volksgruppen und an ihre Verfolgung durch den Nationalsozialismus hinweist.

Am 10. Februar 2016 wurde zu diesem Anliegen von den GRÜNEN in der Bezirksvertretung Floridsdorf ein Antrag (siehe unten) gestellt und die Zuweisung zur weiteren Behandlung an die Kultur- und Benennungskommission beantragt. Dieser stimmten alle vertretenen Parteien (also SPÖ, ÖVP, NEOS und sogar die Liste „Wir für Floridsdorf“ von Bezirksrat Hansjörg Schimanek) zu, die FPÖ lehnte ab. Am 5. April wird der Antrag in der Kommission diskutiert werden.

Nun geht es darum, eine möglichst würdige und auch sichtbare Erinnerungsstätte in der Umgebung des Ringelseeplatzes zu schaffen.

Wir werden über die weiteren Entwicklungen berichten.

DOWNLOAD EINLADUNG: Gedenkplattform Transdanubien Einladung 17. 3. 2016

Gerhard Jordan


Aus: https://donaufeld.wordpress.com/2016/02/11/gedenken-an-die-lovara-sinti-und-roma-auf-dem-ringelseeplatz/