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am 15. April 2016

Donaustadt 2020 - Grüne Lunge oder Containerstadt?

Barbara Boll - Dieser Beitrag erschien im April 2016 im Rahmen der dbz-Diskussionsrunde. Die Themenvorgabe kam von der FPÖ.

Die Donaustadt wird weiterhin die grüne Lunge bleiben, aber das ist gar nicht die wahre Frage der FPÖ. Die lautet nämlich: Was halten Sie davon, dass mit der kürzlich beschlossenen Novelle der Bauordnung leichter temporäre Quartiere für AsylwerberInnen zur Verfügung gestellt werden können?

Wir Grünen und alle Menschen mit Anstand, Verstand und Haltung halten jedenfalls sehr viel davon. Unfassbar, dass die FPÖ im Bezirk immer wieder darauf drängt, die 263 AsylwerberInnen aus dem Bezirk zu "entfernen". Bei einer Einwohnerzahl von ca. 173 000 Menschen kommt auf 658 DonaustädterInnen 1 (!) Asylwerber. Das schafft die Donaustadt.

Die FPÖ bringt dann das Thema Bauordnung noch sehr perfide in Zusammenhang mit einer „grünen Lunge“ – Subtext: „Die AsylwerberInnen nehmen uns die gute Luft weg“. Bei solchen Botschaften bleibt einem wirklich die Luft weg.

Wenn irgendetwas die grüne Lunge der Donaustadt gefährdet, ist das der Autoverkehr. Genau den möchte aber die FPÖ (gemeinsam mit SPÖ/ÖVP) weiterhin dramatisch erhöhen: durch den Bau der Lobauautobahn, S1 Spange, S8 und Stadtstraße. Bereits jetzt locken die Gratisparkplätze die Pendler in Scharen in den Bezirk, die fahren durch die alten Ortskerne, um sich dann bei den U-Bahnstationen niederzulassen. Als Folge gehen unsere Kinder und Jugendlichen leider bei den Lungenfachärzten ein und aus. Und zwar nicht wegen der Baurechtsnovelle oder gar den Flüchtlingen, sondern wegen der gesundheitsgefährdenden Luftverschmutzung. Wer ist hier also eine Gefahr für die „grüne Lunge“ in der Donaustadt und die Gesundheit der Menschen? Die Baurechtsnovelle, die Flüchtlinge oder die „Wir sind Auto“-Politik der FPÖ?