Bezirkegruene.at
Navigation:
am 3. März 2016

Die Afghanische Community hilft Flüchtlingen

- Im Rahmen einer sehr engagierten Podiumsdiskussion des afghanischen Kulturvereins „Afghan Wulas“ wurde sehr offen über die großen Herausforderungen diskutiert, die die Unterbringung und Integration einer großen Zahl von Flüchtlingen mit sich bringt. Der Verein will dabei helfen, aber auch gelungene Integration sichtbarer machen. 

Fast alle der Anwesenden kamen selbst als Flüchtlinge nach Österreich. Manche während des Bürgerkriegs aus dem die Taliban als Sieger hervorgingen, andere flohen erst kürzlich, weil sich die Sicherheitslage nicht beruhigte.

In meiner kurzen Rede betonte ich was die rot-grüne Stadtregierung für die 20.000 Flüchtlinge in der Wiener Grundversorgung an Hilfe leistet, aber auch die Verdienste der Zivilgesellschaft. Nur diese verhinderte ein größeres Chaos, als die Bundesregierung nicht in die Gänge kam.

Dr. Fazel RAHMAN, ein Gründungsmitglied des Vereins Wulas, möchte die neu angekommenen Flüchtlinge in vieler Hinsicht unterstützen. Einerseits bei Behördenwegen und Übersetzungen, aber auch als Ratgeber in Fragen religiöser Toleranz, Frauenrechten und Meinungsfreiheit.

Dem Obmann des Vereins Dr. Wais BAREKZAI ist es wichtig, gelungene Beispiele von Integration sichtbar machen. Das würde jenen ÖsterreicherInnen viel von ihrer Angst nehmen, die sie durch den plötzlichen Zuzug, vor allem von jungen Männer, empfinden.

Besonders beeindruckend war, dass alle Diskutanten auch die Probleme sahen - wie die Involvierung von Flüchtlingen in den Drogenhandel - und nicht versuchten, diese klein zu reden.

Berührend fand ich die Wortmeldung eines jungen Mannes, der vor vier Jahren nach Österreich kam. Ihn schmerzen vor allem die Zeitungsberichte über ungebildete afghanische Flüchtlinge. Er stellte die Frage in den Raum, „Wissen die ÖsterreicherInnen auch warum ich in Afghanistan nicht lesen und schreiben lernte?“ Wie so viele Jugendliche, hinderte ihn ein seit fast 35 Jahren dauernder Krieg daran eine Schule zu besuchen. Erst in Österreich lernte er lesen und schreiben, in seiner eigenen Muttersprache kann er das nicht.

Diese Veranstaltung war definitiv ein sehr gelungener Anfang um gemeinsam Schritte zu setzen: den Flüchtlingen diese vielfältige Unterstützung/Expertise anzubieten, aber gleichzeitig gelungene Integration sichtbar zu machen.