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am 3. Oktober

KAV und Co

Christina Kastner-Frank - Nach vielen Verhandlungsrunden liegt nun ein gutes Ergebnis für den KAV (Krankenanstaltenverbund) vor. Der KAV wird eine Anstalt öffentlichen Rechts mit Personal- und Finanzhoheit. Dennoch bleibt er zu 100 Prozent im Eigentum der Stadt Wien, wodurch der Zugang für alle Wiener/innen zu den Gesundheitsleistungen der Stadt sichergestellt ist – ein Punkt, der uns Grünen ein besonders Anliegen war.

Aber es gibt noch etliche Problemfelder. Die seitens der Stadt Wien geplanten Einsparungen beim Personal würden die medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten des KAV kritisch treffen. Die Eröffnung des Krankenhauses Nord verzögert sich immer weiter. Dadurch werden ReInvestitionen in den Häusern, die eigentlich übersiedeln sollen, notwendig. Dafür fehlt allerdings das Budget. Das grundsätzlich sinnvolle „Spitalskonzept 2030“ mit der Verlagerung von Spitals-Überkapazitäten aus dem Westen von Wien ins unterversorgte Transdanubien wurde durch einige planerische Fehlgriffe beeinträchtigt. Die geplante vollständige Absiedelung der Augenabteilung im Donauspital konnte vorerst verhindert werden. Die ebenfalls angedachte Auflassung der Unfallchirurgie muss mindestens genauso kritisch hinterfragt werden.


Die Leistungen der Spitäler sind ausgezeichnet und wichtig. Dennoch sind sie nicht für alle
Patientinnen und Patienten die beste Anlaufstelle - insbesondere bei weniger bedrohlichen
Beschwerden. Wir Grünen meinen, dass hier niedergelassene Allgemeinmediziner/innen und Fachärzte/innen eine individuellere Behandlung mit weniger Wartezeiten bieten können. Das jüngst gegenüber dem Donauspital eröffnete zweite Wiener „PHC“ (Primary Health Care Center/Zentrum für Allgemeinmedizin) ist ein wichtiger Baustein, ersetzt aber nicht die seit langem überfällige Aufwertung und Stärkung der niedergelassenen Hausärzte/innen - gerade auch zur Entlastung der Spitalsambulanzen. Hier sind die Sozialversicherungen, die Standesvertretungen der Gesundheitsberufe inklusive der Ärztekammer und die Gesetzgebung dazu aufgerufen, mit entsprechend attraktiven Ausbildungs-, Arbeitszeitmodellen und Kassentarifen dafür zu sorgen, dass die Mediziner/innen sich tatsächlich auch in Wien innerhalb des solidarischen, kassenfinanzierten Systems niederlassen. Denn nur dann kann eine wohnortnahe und für alle Bürger/innen zugängliche medizinische Grundversorgung sichergestellt werden. ​