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am 22. September 2016

Die Donaustadt wächst und wächst, doch die medizinische Ver­sor­gung nimmt ab

- Dieser Beitrag erschien im September 2016 im Rahmen der dbz-Diskussionsrunde. Die Themenvorgabe kam von der FPÖ.

Woher rührt der Eindruck einer mangelnden Versorgung in einem Land mit der höchsten Ärztedichte europaweit? In einem Land, das weltweit an 5. Stelle bei der Dichte an Spitalsbetten rangiert?

Erstens, von manchen Fachärzten gibt es einfach zu wenige, in der Donaustadt sind dies unter anderem Kinderpsychologen, Orthopäden und Neurologen. Zweitens, die Vertragspolitik der Sozialversicherungen ist sehr restriktiv. Sie vergeben nur eine bestimmte Anzahl von Verträgen und zwingen die Kassenärzte zu bestimmten Öffnungs- und Urlaubszeiten. Viele tun sich das nicht mehr an. Daraus resultiert eine fatale Entwicklung: Es wächst die Zahl der WahlärztInnen, während die Zahl der KassenärztInnen sinkt. Letztere tragen einerseits das Risiko der Selbstständigen, unterliegen aber gleichzeitig diesen strengen Auflagen der Kassen.

Es gibt auch strukturelle Probleme: In keinem anderen Land lassen sich so viele Patienten sofort im Spital behandeln, ohne davor einen niedergelassenen Arzt aufgesucht zu haben. Die Folge: überfüllte Ambulanzen - die teuerste Variante medizinischer Versorgung. Was läuft hier schief? Die Öffnungszeiten der Ordinationen? Ein ausgezeichneter Kinderarzt in Kaisermühlen wurde auch deshalb berühmt, weil er am Wochenende behandelt.

Was ist zu tun? Den Ausbau von Tageskliniken vorantreiben, wo verschiedene Fachärzte gemeinsam arbeiten. Gleichzeitig müssen die Ärzte und Pfleger im niedergelassenen Bereich gestärkt werden.Das kostet gutes Geld.

Wenn aber Steuervermeider geschützt und ÖVP/FPÖ permanent gegen eine Vermögenssteuer trommeln, dann kann sich das finanziell nicht ausgehen. Das Lieblingsprojekt von SPÖ/ÖVP/FPÖ eine vollkommen sinnlose Autobahn unter einem Nationalpark kostet Milliarden, die fehlen in den Spitälern und den Schulen. Das Geld wird immer an die lautere und stärkere Lobby verteilt.