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am 2. Oktober

Das Primärver­sor­gungszentrum ist keine Entlastung für das Donauspital - was braucht es, um das sicherzustellen?

Heidi Sequenz - Dieser Beitrag erschien im Oktober 2018 im Rahmen der dbz-Diskussionsrunde. Die Themenvorgabe kam von den NEOS.

Um die Ambulanzen des SMS Ost zu entlasten, wurde vor genau einem Jahr das Primärversorgungszentrum (PVZ) gleich daneben eröffnet. Warum die NEOS nach dieser relativ kurzen Anlaufzeit schon eine negative Evaluierung abgeben, können wir nicht nachvollziehen. Das Zentrum wird gut angenommen, ist 50 Stunden pro Woche für die PatientInnen da und bis 19 Uhr abends geöffnet. Eine solche Einrichtung hilft den PatientInnen, weil es dort keine langen Wartezeiten gibt, aber auch dem Krankenhaus. Dieses kann sich auf wirkliche Notfälle konzentrieren. Denn die WienerInnen sind gewohnt, dass die Ambulanzen der großen Wiener Spitäler zu jeder Zeit geöffnet sind und für ALLE medizinischen Probleme zur Verfügung stehen. Aber bei grippalen Infekten, diversen Schmerzen, Wunden, chronischen Erkrankungen etc kann auch die Primärversorgung die richtige Hilfe leisten. Im PVZ arbeiten aber nicht nur AllgemeinmedizinerInnen, sondern auch ExpertInnen zum Thema Pflege, Diätologie und Psychotherapie.


Das unterscheidet es von der Allgemeinmedizinische Akutordination (AMA). Eine solche gab es im letzten Winter im SMS Ost, um den akuten Mangel an Kinderärzten abzudecken. Die Fortführung dieses Modell wäre dringend notwendig. Im AKH hat sich das Modell AMA (offen bis 22 Uhr) bestens bewährt. Mangels Alternativen strömen ins AKH abends und am Wochenende auch PatientInnen mit Schnittwunden, einer schweren Verkühlung oder einem fiebernden Kind. Dies ist aber die teuerste Möglichkeit solche Beschwerden zu behandeln. Dafür braucht es solche kompetente Einrichtungen wie das PVZ und das AMA. Das Primärversorgungszentrum in Mariahilf ist schon länger in Betrieb und eine wirkliche Erfolgsgeschichte. Die Grünen Donaustadt sind daher froh, dass es auch in unserem Bezirk nun ein derartiges PVZ mit Kassenvertrag gibt. Und natürlich erwarten wir, dass der eklatante Mangel an Kinderärzten im Bezirk durch Modelle wie AMA oder attraktive Kassenverträge schnellstens beseitigt wird.