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am 15. Juli 2016

„KinderSommerTag“ im Donaupark

Webredaktion Grüne Donaustadt - Der 8. Juli 2016 war für 55 Schützlinge aus zwei Caritas-Flüchtlingshäusern ein ganz besonderer Tag:

Die 2011 gegründete „World Culture Networks GmbH“ (WCN) hatte 30 Kinder vom Kleinkind- bis ins Teenageralter und ihre Elternteile ins Korea-Kulturhaus in den Donaupark(Arbeiterstrandbadstraße 122) eingeladen, um dort einen „KinderSommerTag“ mit Spiel- und Kulturprogramm zu verbringen. Für viele dieser Flüchtlingsfamilien war alleine die organisierte Busfahrt in den Donaupark eine große Aufregung, da sie sonst selten aus ihren Bezirken herauskommen.

Die WCN hat der Flüchtlingshilfe der Caritas Wien die Auswahl der Familien und Kinder überlassen, welche ihre Schützlinge aus dem Karwan-Haus (8. Bezirk, Blindengasse) und aus dem Haus Zimbagasse (14. Bezirk) ausgewählt hat. Das Haus Zimbagasse ist ein durch die vergangenen Flüchtlingsströme neu gegründetes Heim ausschließlich für Mütter und Kinder, fast alle aus Syrien, Iran, Tschetschenien, Afghanistan und Nigeria. Vorsatz für die Geschäftsführerin der WCN, Frau Hyo Sook Song, ist es, den Kindern im Donaupark ganz einfach einen schönen Tag mit Spiel und Spaß schenken zu dürfen, damit sie „hinaus“ aus den Heimen kommen und ein bisschen das Vergangene vergessen können.

Bei herrlichem Wetter, strahlend blauem Himmel und angenehmen Wind wurde der quirligen und aufgeregten Truppe der Donaupark bekannt gemacht. Natürlich gab es kein Halten bei der Liliputbahn, welche in zwei Zügen die Gäste aufnahm und den Park in seiner ganzen Pracht durchfahren konnte. Danach ging es zum Spielplatz, wo die Kinder ausschwärmen konnten, ziemlich alle Geräte ausprobierten und sich an einer „Schatzsuche“ mit versteckten Losen und bunten Bällen erfreuten, während die Erwachsenen lieber im Schatten der großen Bäume verweilten.

Zu Mittag wurde in das gegenüber liegende Korea-Kulturhaus geladen: Ein speziell ausgesuchtes Buffet wurde vom „Café Arirang“ im Kulturhaus zur Verfügung gestellt und stellte für die Meisten einen allerersten Kontakt mit der koreanischen Esskultur dar.

Das Nachmittagsprogramm bot noch einmal zwei Besonderheiten:

Vor staunendem Publikum bot die junge österreichische K-Pop Tänzerin Niki (K-Pop steht für „Korean Pop“) ein Medley mit drei Liedern dar, und im Anschluss gab es eine eindrucksvolle Aufführung der Mitglieder des Korea Taekwondo Centers, 1170 Wien, unter der Führung ihres Meisters, Herrn Sung Gan Pak. Dies war besonders interessant, da ebenfalls Kinder verschiedenen Alters, Mädchen wie Burschen, die Gruppe stellten.

Es ist zu hoffen, dass die Bemühungen aller Beteiligten den in Wien lebenden Flüchtlingskindern und ihren Familien einen entspannten und unbeschwerten Spielenachmittag bieten zu können, Früchte tragen und ein bestmögliches Zusammenleben der verschiedenen Kulturen ermöglichen!

Frau Hyo Sook Song hatte sich zum Ziel gesetzt, durch die Organisation des KinderSommerTages, welcher nun schon zum zweiten Mal seit 2015 stattfand und und der für die Caritas kostenfrei ist, ihren Beitrag zu einer friedlichen und interkulturellen Gesellschaft zu leisten.

Das Gebäude des Korea-Kulturhauses ist übrigens eines der interessantesten Beispiele der Nachkriegsmoderne: Der ehemalige Pavillon am Irissee wurde 1964 im Zuge der Errichtung des Donauparks für die „WIG 64“ (Wiener Internationale Gartenschau) von Architekt Kurt Schlauss (1924-2005) als Seerestaurant erbaut, mit einer verglasten Fassade zum Wasser hin. Nachdem es einige Jahre leer stand, wurde es ab 2010 hauptsächlich aus den Mitteln der Youngsan Group und seinem Geschäftsführer Jong-Bum Park renoviert und vom koreanischen Star-Architekten H-Sang Seung umgebaut. 2012 wurde das neue Kulturzentrum von UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon besucht und vom damaligen Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer feierlich eröffnet. Die Obfrau ist Mija-Chon, Geschäftsführerin der Restaurantkette Akakiko. Das Korea-Kulturhaus ist heute Sitz des Vereins der Koreaner und sieht seine Hauptbestimmung im Ausbau der interkulturellen Beziehungen zwischen Südkorea und Österreich.