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am 14. Mai 2015

Bildung darf kein Privileg sein - "Förderung 2.0" eine richtungsweisende Maßnahme?

- Dieser Beitrag erschien im Mai 2015 im Rahmen der dbz-Diskussionsrunde. Die Themenvorgabe kam von den Grünen.

Bildung wird in Österreich vererbt. Weil im Bund in Sachen Bildungsreform nichts weitergeht, versucht Wien unter dem Titel „Förderung 2.0“ jene SchülerInnen zu fördern, die es am meisten brauchen. Seit September 2014 werden an Volksschulen pro Woche zwei Stunden Förderunterricht am Nachmittag angeboten. Grotesk ist allerdings, dass gleichzeitig den Volksschulen die Einheiten für den Stützunterricht am Vormittag gestrichen wurden. Zusätzlich stehen die Eltern nun vor dem logistischen Problem, wie die Kinder vom Vormittagsunterricht in den Förderunterricht am Nachmittag kommen. Wir Grüne unterstützen daher die Forderung vieler Eltern, dass die Volksschulen autonom über die Verwendung der Förderung 2.0 Kontingente entscheiden können.

Für die 10-14jährigen SchülerInnen wird das Programm über die Volkshochschulen organisiert, wobei SchülerInnen aus verschiedenen Schulen zusammengefasst werden. Was wir Grüne sehr bedauerlich finden ist folgendes: Der zweistündige „Förderunterricht“ besteht mehr oder weniger aus „Hausübung machen“, beworben wird das Programm allerdings anders. Wie motiviert können Kinder sein, wenn sie nach sechs Stunden im Vormittagsunterricht nun wieder still sitzend zwei Stunden (!) ihre Hausübungen erledigen oder Arbeitsblätter ausfüllen? Da würden wir uns mehr Kreativität wünschen. Für den Englischunterricht könnte dies zum Beispiel ein „native speaker“ sein, der mit den Kindern Sport betreibt, mit ihnen Liedertexte einstudiert, alles auf Englisch. Das würde den SchülerInnen wirklich Spaß machen und auch nachhaltigere Erfolge erzielen.

Bürgermeister Häupl beliebt zu scherzen, wenn es um die Bildung geht. Wir nicht. Wir meinen es ernst, wenn wir über Förderung der Kinder sprechen. Wir fordern daher eine Evaluierung von „Förderung 2.0“. Diese soll sicherstellen, dass die Kinder von diesem Programm auch wirklich profitieren.