Grüne Welle für die Öffis

Straßenbahn der Wiener Linien, im Hintergrund ein Bus.

das 5-Punkte-Sofort-Programm

Wie seit Monaten bekannt, gibt es bei den Wiener Linien akuten Personalmangel. Die Außenbezirke sind besonders betroffen. Öffi-Nutzer:innen in der Donaustadt leiden unter langen Wartezeiten, überfüllten Bussen und stehenden Straßenbahnen.

Verschlechterung bei den Öffis

Lange Wartezeiten für Öffi-Nutzer:innen

Was wir aktuell erleben, ist die dritte Verschlechterung seit 2021. Es braucht aber attraktive Öffis, um den Menschen den Umstieg vom Auto auf Bus und Bim so leicht wie möglich zu machen. Vorrang für Öffis heißt Vorrang für Klimaschutz, gerade in einer Millionenstadt wie Wien.

Spürbare Verbesserungen – sofort

Alles, was die Stadt Wien bisher angekündigt hat, wirkt erst langfristig. Die Grünen Vorschläge wirken sofort, weil mit dem gleichen Personal öfter und schneller gefahren werden kann. Das bedeutet auch zuverlässigere Intervalle. Das Grüne Sofort-Programm umfasst fünf Punkte.

1. Grüne Welle für die Öffis

Die Öffis werden nach wie vor bei Ampeln ausgebremst, weil der Autoverkehr bevorzugt wird. Es kann nicht gleichzeitig eine Grüne Welle für Autos und für die Öffis geben. Die Grünen fordern daher: „Halt nur an Haltestellen“. Das bedeutet: Vorrang für Öffis gegenüber dem Autoverkehr an Ampeln. Unnötige Ampeln sollten wegfallen. Bis zu ein Viertel der Fahrtzeit stehen manche Linien vor roten Ampeln.

2. Schluss mit Blockaden der Bim durch parkende Autos

Regelmäßig blockieren schlecht geparkte Autos ganze Straßenbahnlinien. Bereits wenige Zentimeter reichen, um eine Straßenbahn an der Weiterfahrt zu hindern. Hinzu kommt: PKW werden – v.a. durch übergroße SUVs – immer breiter. Bim-Blockieren ist schädlich und darf nicht mehr toleriert werden. Die Grünen fordern höhere Strafen – alle Kosten sollen Falschparker:innen in Rechnung gestellt werden.

Zusätzlich sollen bei Punkten, bei denen es häufig durch Behinderungen der Tram durch Falschparker:innen kommt, kurzfristig Halteverbote erlassen werden. Was die Bim auch braucht, sind mehr und längere autofreie Gleiskörper. So könnten etwa Parkspuren als Fahrspur genutzt werden, damit die Bim an einer Autokolonne vorbeikommt. Leider sind auch dem Bezirksvorsteher in der Donaustadt die Parkplätze wichtiger als die Öffis.

3. Drei Monate Jahreskarte Gratis

Eine temporäre Gratis-Jahreskarte für 3 Monate ist nicht nur eine Maßnahme, die bei der Teuerung Abhilfe schafft, sondern auch eine Entschuldigung an die Fahrgäste der Wiener Linien. Dieser Vorschlag kostet ca. 100 Mio Euro und entlastet 820.000 Jahreskartenbesitzer:innen.

4. Ja zu attraktiven Arbeitsplätzen

Die Personalfluktuation bei den Wiener Linien ist hoch – viele Fahrer:innen sagen, sie können guten Gewissens niemand einen Vollzeitjob als Fahrer:in empfehlen, etwa auf Grund der Brecherdienste mit stundenlangen unbezahlten Pausen innerhalb eines Dienstes oder vieler Dienste am Abend oder am Wochenende. Die Grünen fordern bereits seit letztem Jahr eine generelle 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, ein höheres Einstiegsgehalt sowie bessere Arbeitsbedingungen.

5. Öffis müssen zur Chefsache werden

Die Grünen stehen voll hinter den Wiener Linien. Von Seiten der Stadtregierung scheint der Rückhalt zu fehlen. Darum fordern sie: Bürgermeister Ludwig muss das Funktionieren und den Ausbau der Wiener Linien jetzt zur Chefsache machen. Die Wiener Linien brauchen die politische Rückendeckung von höchster Ebene für Beschleunigung, Ausbau, Recruiting und vieles mehr.

Heidi Sequenz, Mobilitätssprecherin der Wiener Grünen erklärt: „Wiener:innen, die nachhaltige Mobilität wollen, verdienen es, schnell mit den Öffis von A nach B zu kommen. Das gelingt durch Vorrang für Öffis bei den Ampeln, durch mehr und längere autofreie Gleise und durch eine Verhinderung von Falschparkern auf Bim-Strecken.“

Wir brauchen kürzere Intervalle auf allen Linien in der Donaustadt. Nur so machen wir die Öffis zu einer attraktiven Alternative zum klimaschädlichen Auto.

Wolfgang Orgler, Klubobmann der Grünen Donaustadt
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