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Heidi Sequenz

Klubobfrau
„Den Gedanken 'Da kann man halt nichts machen...' gibt es für mich nicht.“
Heidi Sequenz
Du wurdest nach nur drei Jahren Lokalpolitik bei den Grünen schon Klubobfrau der Grünen Donaustadt, noch dazu in einem Wahljahr. Eine große Aufgabe?

Ich liebe es was Neues anzugehen und ich freue mich ehrlich auf diese Aufgabe. Ein erfahrener Gemeinderat hat mal zu mir gesagt, als LehrerIn bringst du alle Voraussetzungen für die Politik mit...

Womit bist du als Grüne Lokalpolitikerin hauptsächlich befasst?


Die meisten Schreiben bekommen wir zu Verkehrsthemen. Die BürgerInnen fordern verkehrsberuhigende Maßnahmen, 30km/h-Zonen, Beschränkung für LKW Fahrten etc. Die aktivsten Bürgerinitiativen im Bezirk kämpfen gegen die Lobauautobahn und gegen die geplante vierspurige Stadtstraße quer durch die östliche Donaustadt. Das andere große Thema sind Flächenwidmungen, viele BewohnerInnen haben großes Unbehagen gegenüber der rasanten Bautätigkeit im Bezirk.

Ziemlich große Brocken. Was ist hier die Linie der Grünen?


Natürlich begrüßen wir es, wenn engagierte BürgerInnen sich für die Erhaltung ihrer Lebensqualität einsetzen. Diese Art von Politik ist nicht weniger wichtig als die Parteipolitik. Beim Wohnbau ist es eine Gratwanderung zwischen Grünräume erhalten und der Schaffung leistbaren Wohnraums. Wer die Mieten in anderen europäischen Hauptstädten kennt, weiß, wie wichtig dieses Ziel für den sozialen Frieden ist. In der Verkehrspolitik gilt es attraktive Öffis zu schaffen, um den Umstieg von der teuersten aller Mobilitätsformen – allein in einem Auto zu fahren – zu erleichtern. Verkehrspolitik geht aber einher mit Stadtplanung, die Zersiedlung der Donaustadt war der Grundfehler. In Siedlungen mit ein paar Hundert Menschen werden keine Geschäfte oder Supermärkte einziehen, das rechnet sich einfach nicht. Die Leute müssen dann zum Einkaufen ins Auto steigen. Weiters zwingt das Fehlen von Arbeitsplätzen in diesem riesigen Bezirk viele Donaustädter zum Auspendeln.

Was ärgert dich in der Politik am meisten?

Um das zu beschreiben reicht hier der Platz nicht, ebenso wie ich das Grüne Programm zur Verkehrs- und Stadtplanung hier nicht erklären kann. Aber dazu gibt es ja unsere Website. Mich ärgern, genauso wie alle anderen Menschen, vor allem der Filz, die Intransparenz und die Korruption. Wirklich rasend macht mich, wenn ich keine Antwort bekomme. Das habe ich mir fest vorgenommen. Alle Anfragen werden beantwortet, keine leichte Arbeit mit nur fünf BezirksrätInnen in einem Bezirk mit 165.000 EinwohnerInnen. Damit meine ich keineswegs, dass wir den BürgerInnen Dinge versprechen, die wir als 8% Partei im Bezirk nie halten können, sondern einfach ehrlich sagen, was wir machen können oder nicht.

Als letzte Frage: Was wünschst du dir für die Grünen Donaustadt?


Wir würden uns freuen, wenn vermehrt engagierte BürgerInnen bei den Donaustädter Grünen andocken und mitarbeiten wollen.

Was machst du abseits der Politik?

Heidi Sequenz: Ich unterrichte Englisch/Sport und Geschichte am GRG Theodor Kramer Straße und bin Trainerin am BFI. Meine wenige Freizeit verbringe ich am liebsten an der Alten Donau. Ausgestattet mit einem guten Buch und einem Laptop gibt es keinen besseren Platz auf der ganzen Welt um sich zu entspannen, aber auch arbeiten. Ja, und ich reise gerne, aber liebsten in Afrika. Dabei entstehen wunderbare Fotografien und Geschichten, die man unter www.oneyearoff.net nachlesen kann.